Ein häufiger Fehler in Krefelder Bauvorhaben ist die Annahme, eine reine Rammkernbohrung würde ausreichen, um die komplexen quartären Ablagerungen der Niederrheinischen Bucht zu charakterisieren. Gerade in Stadtteilen wie Uerdingen oder Linn, wo die historische Bebauung auf wechselhaften Sand-Kies-Gemischen mit eingelagerten Auelehmen gründet, liefern erst Schürfgruben die notwendige visuelle Bestätigung der Schichtgrenzen. Während gestörte Bohrproben oft keine Aussage über Lagerungsdichte oder tatsächliche Kornverteilung zulassen, ermöglicht die freigelegte Grubenwand eine lückenlose Dokumentation nach DIN EN ISO 14688. Das ingenieurgeologische Team führt die Sondierbohrung bis in Tiefen von 3,0 m oder bei beengten Verhältnissen als Kleinrammbohrung aus, ergänzt durch eine Korngrößenanalyse direkt aus den entnommenen Horizonten.
Die visuelle Ansprache der freigelegten Grubenwand liefert eine geologische Sicherheit, die kein indirektes Sondierverfahren ersetzen kann – besonders bei heterogenen Auffüllungen in Krefeld.



