Krefelds Baugrund spiegelt die Rheinterrassen wider: Hochflutlehm über Sanden und Kiesen, dazu Auenböden entlang der Altstromrinnen. Wer im Stadtteil Uerdingen oder nahe der Niepkuhlen gründet, hat es fast immer mit bindigen Schichten zu tun. Deren Verhalten lässt sich ohne Atterberg-Grenzen kaum beurteilen. Bereits der Ausbau des Hafens ab 1906 zeigte, wie stark die rheinischen Tone bei Wasserzutritt quellen und bei Trockenheit schrumpfen. Heute liefert die Bestimmung der Konsistenzgrenzen nach DIN EN ISO 17892-12 belastbare Kennwerte, bevor die erste Baggerschaufel ansetzt. Das Labor ermittelt Fließgrenze und Ausrollgrenze, ergänzt durch die Plastizitätszahl. Diese drei Werte entscheiden über Verdichtbarkeit, Frostempfindlichkeit und das Tragverhalten des Baugrunds. In Krefeld mit seinen oft heterogenen Auelehmen hilft die Korngrößenanalyse in Kombination mit den Atterberg-Grenzen, das Bodengefüge zuverlässig einzuordnen.
Die Plastizitätszahl zeigt, wie viel Wasser ein Boden binden kann, bevor er vom festen in den breiigen Zustand übergeht – in Krefeld oft der entscheidende Bemessungswert.



