Krefeld, mit einer Einwohnerzahl von rund 228.000 und einer Höhenlage zwischen 30 und 87 Metern über NHN, erstreckt sich entlang der linken Niederrheinterrasse. Die quartären Ablagerungen aus Sanden und Kiesen, durchsetzt von tonig-schluffigen Lagen des Tertiärs, bereiten in Hangbereichen und tiefen Baugruben oft mehr Kopfzerbrechen, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Eine Böschungsstabilitätsanalyse ist hier keine Formalie, sondern die fachliche Voraussetzung, um Rutschungen und unkontrollierte Verformungen zu verhindern.
In unserer langjährigen Praxis am Niederrhein zeigt sich, dass die lokale Geologie mit ihren Wechsellagerungen sehr differenzierte Standsicherheitsnachweise erfordert. Während die sandigen Partien gut drainieren, neigen die eingeschalteten Auelehmbänder bei Wasserzutritt zu rapidem Festigkeitsverlust, was eine klassische Korngrößenanalyse zur genauen Klassifikation unabdingbar macht. Für belastbare Rechenmodelle kombinieren wir die Laborergebnisse mit Felduntersuchungen wie dem Plattendruckversuch, um die Verformungsmoduln wirklich standortgerecht anzusetzen.
Die größte Gefahr in Krefeld sind nicht steile Böschungen, sondern die kaum sichtbaren Wechsellagerungen aus Sand und Auelehm, die bei Wasserzutritt ihre Kohäsion verlieren.



